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Geschichte

Erste Funde

Am Anfang waren zwei Joch Ackerland! So beginnt zwar nicht die llvesheimer Schöpfungsgeschichte, doch die rund 5000 Quadratmeter Boden sind der Beweis für llvesheims Existenz im Jahr 766. In diesem Jahr vermachte ein gewisser Ruotbert dem Kloster Lorsch jene zwei Joch Ackerland, welche in einer Urkunde festgehalten wurden. Im Dokument vom 14. März 766 ist die Rede vom Dorf „Ulvinisheim", was gemeinhin als Beweis für llvesheims Existenz zu diesem Zeitpunkt anerkannt wird. Doch schon einige Zeit vor dieser ersten schriftlichen Erwähnung muss es „Ulvinisheim" gegeben haben. Die ältesten Funde menschlicher Ansiedlungen in llvesheim stammen aus der Bronzezeit (2000-1200 v. Chr.) Sechs Brandgräber, denen verzierte Armringe und Nadeln aus Bronze beigegeben waren, sind der Beweis. Weitere Funde sind auf die Zeit vor Christi Geburt datiert. Innerhalb des Ortes wurde in der Neuen Schulstraße ein Alemannengrab aus dem 4. Jahrhundert freigelegt.

Gründung und Name

Gewissheit über llvesheims Existenz besteht jedoch erst seit dem 6. Jahrhundert, als die Schenkungsurkunde auftauchte. So war llvesheims Geschichte ebenso wie die vieler anderer Gemeinden mit derjenigen des im Jahre 764 gegründeten Klosters Lorsch verquickt. Die Klöster waren in der damaligen Zeit die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentralen. Ein Grund hierfür war die Bildung der Kloster-lnsassen. Denn die Mönche waren praktisch die einzigen, die des Schreibens und Lesens kundig waren. Kurze Zeit nach seiner Gründung erhielt das Kloster Lorsch durch Karl den Großen Reichsunmittelbarkeit. Das hatte zur Folge, dass der Adel und die Freien mit Schenkungen großzügig waren. Dem Kloster Lorsch wurden zwischen dem 14. März 766 und dem 1. Dezember 829 insgesamt 43 Schenkungen durch llvesheimer Freie zuteil. Die Gaben hatten einen recht großen Umfang. Darin zeigte sich die Bedeutung des Ortes für die Lorscher Grundherrschaft. Man kann sogar annehmen, dass hier die Verwaltungsstelle für den Besitz in der Umgebung lag. So erklärt sich auch, dass eine Schenkung über Güter in Sachsenheim 951 auf dem Friedhof in llvesheim beurkundet wurde. Der Name „Ulvinisheim" ist wohl vom Heim des Ulvini abgeleitet. Jener Ulvini war ein angesehener Franke. Andererseits jedoch weist eine Urkunde im Lorscher Kodex vom 24. Mai 772 darauf hin, dass „Ulvina" die damalige Bezeichnung für den Kanzelbach war. Dieser mündete bis zum Bau des Neckar-Kanals beim Friedhof Mitte in den Neckar. Eventuell ist mit „Ulvinisheim" das Dorf an der „Ulvina" gemeint.

Schenkungsurkunde 766

URKUNDE 447 (14. März 766 - Reg. 22)

Schenkung des Ruotbert im gleichen Dorf (llvesheim) unter König Pippin und Abt Gundeland

"In Christi Namen wende ich, Ruotbert, dem heiligen Märtyrer Nazarius, dessen Leib im Oberrheingauer Kloster Lorsch ruht, eine Gabe zu, von der ich wünsche, dass sie ewigen Bestand habe. Ich übergebe und übertrage in pago lobudunensi (im Ladengau), und zwar im Dorf Ulvinisheim (Ilvesheim/Neckar ö. Mannheim) zwei Joch Ackerland vom gegenwärtigen Tage an als ewiges Besitztum.

Wenn aber jemand - ich glaube allerdings, dass dieser Fall durchaus nicht eintreten werde - wenn ich selbst oder einer meiner Erben oder Nacherben oder sonst ein beliebiger Mensch gegen diese von mir gemachte Schenkung anzukämpfen versuchen sollte oder dieselbe brechen oder verfälschen wollte, so wird er zunächst den Zorn des allmächtigen Gottes und des Hl. Nazarius auf sich herabziehen, und außerdem entrichte er als Buße an jenes Kloster und seine hochheilige Schatzkammer ein Pfund Gold und zwei Einheitsgewichte Silber, und was er an Klagepunkten vorbringt, sei nichtig. Gegenwärtige Schenkung aber soll jederzeit fest und unverbrüchlich bestehen.

Der Vertragsabschluß ist damit in Kraft getreten. Geschehen im Kloster Lorsch am 14. März 766, im 14. Regierungsjahr unseres Herrn, des Königs Pippin Handzeichen des Schenkgebers Ruotbert. Handzeichen der (Zeugen)

Ruother, Bernoin und
Uodilbert Gerald.

Ich, der Amtsschreiber Wiglar, habe diese Schenkungsurkunde geschrieben und unterschrieben."

10. - 16. Jahrhundert

Die Besitzverhältnisse wechselten mit der Zeit. Ein Teil des Lorscher Besitzes kam zum Ausstattungsgut der Propstei St. Stephan auf dem Heiligenberg. Trotzdem bestand am Ort noch ein großer Hof des Mutter-Klosters. Diesen wiederum musste um 1155 Abt Heinrich von Lorsch an König Friedrich Barbarossa abgeben, um die Burg Windeck bei Weinheim wieder für das Kloster freizubekommen. Der König dürfte den Hof an seinen Halbbruder, den Pfalzgrafen Konrad, weiterverliehen haben. Nachfolger im Lorscher Besitz war zum Teil auch das Kloster Neuburg bei Heidelberg. Auch das Bistum Worms war bedeutender Grundherr auf der Gemarkung. Als neue Herren in llvesheim traten in der Folgezeit die Pfalzgrafen auf. Ende des 13. Jahrhunderts wurde llvesheim an die Herren von Strahlenberg als Lehen gegeben. Im Spätmittelalter kam dieses Lehen an die Junger von Erligheim. Durch die Bautätigkeit und die Misswirtschaft der Erligheimer sowie ihrer Nachfolger verschob sich der zum Lehen gehörige Grundbesitz mehrmals. Konrad Landschad von Steinach, Hennel Wisskreis von Lindenfels, Michael von Erligheim, Hans von Erligheim und Hans Landschad von Steinach tauchten auf der Lehensliste auf. Hans von Erligheim machte sich als Vater des Schlosses verdient. Erbaute 1511 einen adligen Sitz auf, welcher als Vorgänger des Schlosses gilt.

17. - 19. Jahrhundert

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) belehnte Kurfürst Maximilian von Bayern seinen Generalwachmeister und Stadthalter Johann von der Horst mit llvesheim. Mit Friedensschluss fiel llvesheim endgültig an die Pfalz.

Ein gewisser Graf Hamilton erwarb Anteile anderer Miteigentümer. 1698 übertrug er seine Rechte an Lothar Friedrich von Hundheim. Diese Familie übernahm fortan die Oberherrschaft. Lothar Friedrich von Hundheim baute 1700 die 1689 zerstörte Erlenburg neu auf. Das Schloss, in dem heute die Staatliche Blindenschule lehrt, entstand in seinen heutigen Grundausmaßen. Der letzte Schlossherr war Alfred von Hundheim. Nach seinem Tod ging 1855 das Schloss an den damaligen badischen Staat über. Seit 1868 ist die Blindenschule der Schlossherr.

Zu jenem Zeitpunkt lebten in llvesheim etwas mehr als 1400 Einwohner. 1577 waren es 330, 1777 insgesamt 763, 1818 genau 995, 1834 schon 1045, 1852 zählte man in llvesheim 1414 Einwohner. Zwischen 1875 und 1905 stieg die Zahl von 1435 auf 1833 und 1905 waren es bereits 2411. Danach zeigte die Wachstumskurve relativ steil nach oben. 1939 zählte der Ort mit 3195 Einwohnern weit mehr als doppelt soviel wie 1875.

Moderne Zeiten

In der Nachkriegszeit hat sich die Tendenz zur Bevölkerungszunahme deutlich verstärkt. 1950 zählte man 4296 Bürger, 1961 insgesamt 6286. Die Einwohnerzahl beeinflussten Heimatvertriebene. Denn 1950 lebten insgesamt 328 Sudetendeutsche, 76 Schlesier und 33 Ostpreußen in der Gemeinde. Die Zahl der Heimatvertriebenen belief sich auf insgesamt 541. Im Jahre 1967 wurden 6968 llvesheimer gezählt.

1971 insgesamt 7820. Ihren Höhepunkt erreichte die Einwohnerzahl im Jahre 1973 (8216), um aber in der Folgezeit kontinuierlich auf die Zahl von 6947 (30. Juni 1999) zu sinken. Durch die Erschließung von weiteren Neubaugebieten änderte sich dieser negative Trend ab dem Jahr 2000 und die Bevölkerungszahl stieg wieder an. Insbesondere durch die rasche Besiedelung des ca. 20 ha großen Neubaugebietes "Mahrgrund II" in Ilvesheim-Nord zählt die Gemeinde heute wieder 8836 Einwohner (30. September 2013).

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Ilvesheim

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