Das
Ilvesheimer Schloss ist das schönste, eindruckvollste und zugleich
älteste Gebäude des Ortes. Sein Hauptteil, der viereckige,
fast quadratische Zentralbau, stammt aus dem Jahr 1700. Er ist drei
Stockwerke hoch, hat auf der Nord- und Südseite fünf und auf
der Ost- und Westseite vier Fensterachsen. Die Eleganz des Gebäudes
verrät, dass die Anlage keine Verteidigungsfunktion hatte. Die
beiden eingeschossigen Flügelbauten beherbergten ursprünglich
Orangerie und Küche, die zwischen 1750 und 1773 errichtet wurden.
Auf der Südseite gegen das Dorf hin entstanden ebenfalls im 18.
Jahrhundert das Ökonomiegebäude und das Amtshaus "am
Schlosshof".
In
seiner heutigen Gestalt geht das Ilvesheimer Schloss auf die Familie
von Hundheim zurück, deren erster Vertreter Lothar Friedrich Chefminister
des Kurfürsten Johann Wilhelm war. Als solcher übernahm er
nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg für den in Düsseldorf
regierenden Kurfürsten die Verwaltung der Pfalz. In diesem Krieg
war 1689 auch die Vorgängerburg des Schlosses, die sogenannte "Erlenburg",
die seit 1571 im Besitz der Landschad von Steinach war, bis auf geringe
Reste zerstört worden und herrenlos geworden. Der Kurfürst
übertrug Baron von Hundheim, das Niederlehen Ilvesheim mitsamt
dem Burgplatz. Mit dem Neubau 1700 schuf sich Lothar Friedrich von Hundheim
einen repräsentativen Wohnsitz.
Schloss
und Schlossgut blieben bis zum Erlöschen der Hundheim im Besitz
dieser Familie, die allerdings in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
keine große Rolle mehr spielte und nach dem Übergang der
rechtsrheinischen Pfalz an Baden 1803 allmählich verarmte und sich
nur durch den Verkauf fast des gesamten Besitzes in Ilvesheim über
Wasser halten konnte. 1855 starb mit Alfred von Hundheim der letzte
Vertreter, das Schloss fiel an den badischen Staat, der in ihm 1868
die Blindenschule einrichtete. Für diesen Zweck wurden 1903/04
im Westen ein neuer Flügel angebaut und in den letzten Jahren weitere
Bauten im Park erreichtet.
(Entnommen aus dem Buch "Ilvesheim heute", Herausgeber
FWV Ilvesheim e.V.)