Ilvesheim soll blühen: Planung für „Natur nah dran“-Projektflächen startet nach Besichtigung und Schulung in Durmersheim
Ilvesheim – Vielfältig, naturnah und insektenfreundlich: Am Dienstag, 28. April 2026 nahmen rund 60 Vertreterinnen und Vertreter der für 2026 geförderten Kommunen an einer Schulung im Rahmen des NABU-Projekts „Natur nah dran“ in Durmersheim teil. Mit dabei waren auch 3 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Ilvesheim. Die Teilnehmenden erhielten Informationen dazu, worauf es bei insektenfreundlichen Grünflächen ankommt, damit im Siedlungsraum Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel entstehen. Bei der Veranstaltung besuchten sie Wildstaudenflächen und Wildblumenwiesen, die die Gemeinde Durmersheim 2024 mit Unterstützung des NABU angelegt hat.
Besuch von Fachleuten: Bald entstehen kleine Biotope mitten in Ilvesheim
Am 29.04.2026 begann die konkrete Planung für Ilvesheim mit einer Flächen-Besichtigung. Vor Ort waren Frau Dr. Eva Distler und ein Mitarbeiter des NABU, um gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde in Augenschein zu nehmen, wie sich ausgewählte Grünflächen naturnah umgestalten lassen.
Die Fachleute begutachteten dabei die jeweiligen Standorte und gaben Empfehlungen für geeignete Maßnahmen. Bei besonders nährstoffreichen Flächen mit starkem Unkrautdruck empfiehlt es sich zum Beispiel, den gesamten Boden auszutauschen. Im Anschluss werden regionaltypische Wildstauden gepflanzt oder Wildblumen eingesät. Diese brauchen besonders mageren Boden, um wachsen zu können. An anderen Stellen reicht es hingegen aus, zunächst nur einen Teil einer Rasenfläche aufzufräsen und nach weiterer Bearbeitung mit neuem Saatgut zu bestücken. Von hier aus können sich Wildblumen in den Folge-jahren weiter ausbreiten. Damit diese eine Chance zum Wachsen haben, mäht die Kommune hier nur noch selten.
Die Besichtigung der Flächen bildet gemeinsam mit der Auftaktschulung die Grundlage für den nächsten Schritt: Für die ausgewählten Flächen wird eine Detailplanung angefertigt. Im Herbst beginnt die Umsetzung. „Das Entscheidende dabei ist: Geduld, Geduld, Geduld“, betonte NABU-Projektleiter Martin Klatt. Das bestätigten die Erfahrungen aus Kommunen wie Durmersheim, die ihre Flächen bereits länger insektenfreundlich pflegen. „Wir setzen verschiedene Maßnahmen ein. Auf manchen Flächen funktioniert es auf Anhieb gut, andere brauchen etwas länger“, so Klatt weiter.
Wildpflanzenflächen sind gut für Insekten und sparen langfristig Arbeit
Warum sich das nicht nur für die Natur, sondern auch für die geförderten Kommunen lohnt, erläuterte Martin Klatt in der Schulung. „Für die Insekten zählt jeder Quadratmeter. In den Kommunen entstehen wertvolle Wildpflanzenflächen, die sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickeln werden. Hat sich eine Wiese oder ein Wildstaudenbeet einmal etabliert, wird nur wenige Male im Jahr gemäht und eine Bewässerung ist – mit Ausnahme der ersten Jahre – auch in heißen Sommern in der Regel nicht notwendig. Das spart der Kommune Arbeit und Geld.“
Hintergrund:
Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und Land wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Von 2022 bis 2026 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert.
Das Projekt startete 2016 und ist in der zweiten Projektstaffel. Insgesamt wurden bereits 136 Kommunen gefördert, über 1.000 Teilnehmende in Workshops geschult und 290.000 Quadratmeter naturnah umgestaltet.
Ilvesheim für Förderprojekt „Natur nah dran“ ausgewählt – bald blüht es für Wildbienen und Schmetterlinge
Gemeinde legt mit NABU und Land Flächen mit Wildpflanzen an für mehr biologische Vielfalt, gegen das Insektensterben
Stuttgart/Ilvesheim– Erfolgreich beworben: Im Förderprojekt „Natur nah dran“ konnte sich Ilvesheimeinen der begehrten 15 Plätze für 2026 sichern. Die Gemeinde wird nun, zusammen mit dem NABU und gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, einen Teil ihrer Grünflächen in artenreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen verwandeln. „Ilvesheim hat ganz unterschiedliche Flächen zur Umgestaltung vorgeschlagen – vom langen, schmalen Verkehrsgrün über zentrale Orte bis zu größeren Wiesen. Alle haben das Potenzial, zu lebendigen Biotopen zu werden. Die Gemeinde hat außerdem großen Wert darauf gelegt, schon im Vorfeld Vereine, Bildungseinrichtungen und Initiativen der Gemeinde mit ins Boot zu holen, die die Teilnahme am Projekt tatkräftig unterstützen wollen. Das hat uns überzeugt“, berichtet Projektleiter Martin Klatt vom NABU Baden-Württemberg. „Wir gratulieren und freuen uns darauf, die Vorschläge gemeinsam umzusetzen.“
„Dass wir als eine von 15 Kommunen ausgewählt wurden, ist klasse. Mit dem Projekt machen wir Ilvesheim blühender und setzen ein klares Zeichen für den Artenschutz direkt vor unserer Haustür“, so Bürgermeister Walther.
Wo und wann gestaltet Ilvesheim Flächen naturnah um?
In Ilvesheimist die Umwandlung von Flächen an mehreren Standorten geplant. Darunter sind unter anderem der Kanzelbach-Park, der Ortseingang von Mannheim-Seckenheim kommend und der Grüngürtel Wohngebiet Mahrgrund.
Los geht es Ende April, wenn Mitarbeitende der Gemeinde an der ersten Schulung in der erfahrenen „Natur nah dran“-Kommune Durmersheim teilnehmen. Anschließend erhält IlvesheimBesuch von Naturgartenfachleuten und dem NABU-Projektteam: Gemeinsam werden die Flächen vor Ort besichtigt und überlegt, welche Maßnahmen sich für den jeweiligen Standort eignen. Die Umgestaltung der Flächen findet im Herbst statt. Das nötige Fachwissen erhalten die Mitarbeitenden des kommunalen Bauhofs in drei weiteren Schulungen bis zum Sommer nächsten Jahres. Dort lernen sie verschiedene Methoden für das Anlegen und Pflegen naturnaher Wildpflanzenflächen kennen.
Jeder Quadratmeter zählt für Wildbienen und Schmetterlinge
Insekten wie Scherenbienen oder der Schwalbenschwanz-Falter benötigen dringend mehr Lebensräume. Der fortschreitende Rückgang ihrer Bestände rückt immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Auch kommunale Flächen bieten großes Potenzial, um sie zu unterstützen: Grünstreifen, Verkehrsinseln oder Brachflächen werden mit den passenden Wildpflanzen zu blühenden Biotopen. Die im Rahmen des Projekts umgestalteten Flächen sollen als Beispiel dienen und zur Nachahmung anregen.
15 neue „Natur nah dran“-Kommunen
Seit 2016 wurden bei „Natur nah dran“ über zehn Prozent aller Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg gefördert. Für die diesjährige Förderrunde hat die Jury aus Umweltministerium, NABU, Städtetag und Gemeindetag Baden-Württemberg folgende Kommunen ausgewählt: Abstatt, Albstadt, Altensteig, Bad Säckingen, Breisach am Rhein, Igersheim, Ilvesheim, Jagstzell, Külsheim, Marxzell, Mauer, Neuenbürg, Nußloch, Weil am Rhein, Weinheim.
Hintergrund:
Das Kooperationsprojekt „Natur nah dran“ von NABU und dem Land Baden-Württemberg wird gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ziel ist es, Städte und Gemeinden dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert. Seit 2016 wandelten 121 Kommunen bereits fast 300.000 Quadratmeter naturnah um.
Weitere Informationen: www.Naturnahdran.de






